SEBASTIAN NITSCH
 
 

Comedy zwischen Feingeist und grober Leberwurst

nominiert für :
Bonner Paukenschlag 2011
Hamburger Comedy Pokal 2012

WDR-Funkhaus

 

Unsterblichkeitsbatzen

Sebastian Nitsch ist Hellwachträumer. Er fällt mit uns in Dinge hinein, die wir längst kennen - doch so haben wir sie noch nicht gesehen. Mit smoothen Klängen und einem rasterelektronenmikroskopischen Blick fürs Detail nimmt er uns bei der Hand und besichtigt ein Leben, in dem alles seltsam ist, aber irgendwie auch seltsam schön. Glücklicherweise. Denn es ist unser Leben.

Der 33- jährige Berliner ist ein leistungsstarkes Objektiv, das blitzschnell von Weitwinkel auf Makro schalten kann. Eben schwebte er noch in feinen Tröpfchen und ihren kleinen Passagieren nach dem Niesen, dann ist er plötzlich bei der Zukunft der Menschheit oder der Frage: Warum wird der Inhalt einer Mülltüte gesellschaftlich akzeptabel, sobald man ihn in eine Frauenhandtasche schüttet? Er ist seiner Zeit voraus. Deshalb kann er unverfroren über das Alter sprechen, zum Beispiel über diese sehr kleinen Rücksäcke bei älteren Frauen, die eigentlich keine Gurte brauchen, weil man sie einfach zwischen den Schulterblättern einklemmen kann. Er versucht auch zu verstehen, warum die Jüngeren so spucken und schlägt Berufsbilder für starken Speichelfluss vor

Sebastian Nitsch berichtet von großartigen Erfindungen wie dem Barry-White-Vocoder für schreiende Vorgesetzte und entwickelt blitzschnell riesengroßes Verständnis für Frauen, die für ihre Handtasche in der U-Bahn Platz, wie für ein Körperteil beanspruchen, aber leider kein Gefühl darin haben.
Er entlarvt Vogelgezwitscher als Revierpöbelei und erkennt als Mentalist auf der Zunge einer Versuchsperson, alle Geschmäcker der Vergangenheit. Er fällt mit uns durch Mauern der Wahrnehmung und findet dahinter große Schätze: unser Träumen, Lachen und Wundern.

Sebastian Nitsch erkennt Tragik auch im Kleinen: Ein kranker Mensch niest, ein Gesunder wünscht "Gesundheit" - und öffnet dazu seinen Mund, durch den viele Tröpfchen mit kleinen Viren schweben, die "Riders on the Storm" singen, auf der Zunge landen, aussteigen und sagen "Was für ein Trottel."

"Der begleitet sich und seine Geschichten treffend auf einem Synthesizer. Er badet in Gefühlswelten, macht schnell klar, dass hier jederzeit mit einem neuen emotionalen Ausbruch zu rechnen ist."
Hildesheimer Allgemeinen Zeitung

 

     
www.sebastiannitsch.de
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